Der barocke Dichter Andreas Gryphius war Zeitzeuge des dreißigjährigen Krieges. In wortgewaltigen Sonetten beschreibt er die verheerenden Zerstörungen, die der Krieg im Land und in den Menschen angerichtet hat. Er beschreibt die Zerbrechlichkeit der Menschen und das Vergebliche ihrer Anstrengungen, und manchmal erhebt sich seine Sprache ins Visionäre und Jenseitige. Vor dem Hintergrund der Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und anderswo gewinnen seine erschütternden Texte neue Aktualität.
„Gryphius Landschafft“ schickt die Zuhörer auf eine Reise durch ein zerstörtes Land. Die Stimme der Sängerin Cornelia Melián, die Kompositionen von Ernst Bechert, die Sounds und Improvisationen von Gunnar Geisse führen uns in eine Welt, in der nichts mehr gewiss ist. Die Musik führt von halb vertrauten, doch seltsam verdrehten barocken Motiven wie in einem Traum immer weiter ins Unbekannte bis hin zu heftigen noise-Gewittern. Und wieder zurück, in den Schoß eines alten Liedes. Es scheint alles wieder gut. Doch wie sicher können wir sein?
Mit Ernst Bechert (Kompositionen, Keyboard, Sprecher) und der Micro Oper München: Cornelia Melián (Gesang, Bassblockflöte, Shruti-Box), Gunnar Geisse (E-Gitarre, Laptop-Elektronik), Anton Kaun aka Rumpeln (Live-Video). Texte von Andreas Gryphius, H.J.Chr. von Grimmelshausen, Samuel Beckett und anderen.
Das Konzert findet im Rahmen des Festivals blurred edges statt und wird durch den Verein für aktuelle Musik Hamburg unterstützt.
€ 15,-/erm. 10,-, Info/Kontakt: 0162 / 628 69 61, ernst.bechert@t-online.de
Grafik: Maja Bechert
