Samstag, 5. Dezember 2026 bis Donnerstag, 15. Januar 2026 | Vernissage: Sa. 15.12.2026, 17:00 Uhr

Ausstellung: Nicole Reuther – KATAYABURI

Nicole Reuther ist Tuschemalerin. Ausgebildet in Sumi-e, der japanischen Tuschemalerei in zen-buddhistischer Tradition, verbindet sie die Prinzipien dieser traditionellen Kunst mit modernen Formen der gestischen Malerei, die dem westlichen Informel nahestehen. Im Zentrum ihrer Arbeit steht der Prozess des Malens: Bewegung, Rhythmus und Takt, die Materialität der Tusche, Widerstand und Unterbrechung. Dabei geht es ihr darum, ein Motiv erscheinen zu lassen, ohne es festzuschreiben, und es zugleich in der Bewegung der Malerei in der Schwebe zu halten.

Katayaburi (型破り) ist ein Begriff aus den japanischen Wegekünsten und bedeutet wörtlich „die Form aufbrechen“. Gemeint ist damit ein Schritt, der erst aus der intensiven Übung der Form möglich wird: Kata (型) – das Einüben und Verinnerlichen einer Form – schafft die Grundlage dafür, sie zu überschreiten und neue Möglichkeiten entstehen zu lassen. Kamae (構え), die Haltung oder Ausgangsposition, bezeichnet dabei die innere und äußere Bereitschaft für die Bewegung. Katayaburi bedeutet so nicht die Abkehr von der Form, sondern ihre Öffnung: Aus der verinnerlichten Form kann Freiheit und spontanes Handeln entstehen.

Besichtigungszeiten für Bilder in Flur und Foyer: i.d.R. Mo – Fr, 11:00 – 18:00. Bilder im Saal können besichtigt werden, wenn dieser frei ist. Dazu könnt ihr gern einen Termin vereinbaren.

Bild: Nicole Reuther